Barnim Fun Diver
Barnim Fun Diver

Ein Wochenende am Stechlinsee

So viel gab es gar nicht zu planen und dennoch war es die erste "Reise" die durch die BFD organisiert wurde und ich hatte keine Ahnung, ob wirklich alles so klappen würde, wie es sollte. Aber im Gegensatz zum Tauchgang muss man hier manche Dinge dem Zufall überlassen.

ereits Anfang Juni stand die Tauchbasis am Stechlinsee als Ziel für unseren Kurztrip fest. Im Gegensatz zu mir schienen aber alle schon einmal da gewesen zu sein. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was für ein tolles Tauchgewässer auf mich wartete.

Zugegeben... Der Stechlinsee ist nicht für Menschen geeignet, die gerne schnell in große Tiefen vorstoßen und es gab auch Absagen unter den Tauchern, denen der See einfach zu flach ist. Aber so hat jeder seine Vorlieben.

Der Stechlinsee liegt im Norden Brandenburgs und hat eine Größe von über 400 Hektar. Von dieser Fläche darf jedoch nur ein kleines Gebiet betaucht werden. Wer sein Augenmerk allerdings ein wenig auf die Tier und Pflanzenwelt legt, kann schon im Flachbereich glücklich werden.

Riesige Flächen wirken wie mit grünem Teppich überzogen und beim Tauchen wird man von ganzen Schwärmen von Fischen begleitet. Ob Plötze, Barsch oder Hecht... hier schein alles im Überfluss vorhanden zu sein. Ein absolut grandioses Gefühl und langsam verstehe ich wie es ist wirklich nur ein Besucher hier unten zu sein. Für mich gehört der Stechlinsee seit unserem Besuch zu einem der schönsten Gewässer, die ich bisher betauchen durfte.

Vierzehn Taucher und Nichttaucher hatten sich am Ende zusammengefunden um drei schöne Tage zu verleben. Für meine Frau und mich war es zusätzlich die Möglichkeit unsere Hochzeit auch mit unseren Tauchgästen zu feiern.


Zusammen war um 11 Uhr der Anhänger gepackt und das Kind war ordnungsgemäß verlastet worden. Die Fahrt war nervenaufreibend denn scheinbar versuchte jeder zweite LKW etwas an der Maut zu sparen. Nach scheinbar unendlichen 90 Minuten waren wir da und ich viel erst einmal vom Glauben ab.

 

Hatte ich vor 2 Minuten noch damit gerechnet einen ruhigen Abend an Grill und Feuerschale zu verbringen, so sah ich jetzt meine Hoffnung schwinden. Menschen über Menschen und gerade noch ein Parkplatz für die Familienkutsche.

 

Glücklicherweise stellte sich heraus, dass es sich hier fast nur um Tagesgäste handelt. Hui! Der Abend war gerettet und scheinbar waren wir nicht die Ersten. Sabine und Axel waren Frühaufsteher und bei unserer Ankunft bereits im Wasser. Ein unglaublicher Vorfall.

 

Die Tauchbasis präsentiert sich im Stil der Vergangenheit. Mehrere 2, 3, 4 und 6 Bett Zimmer stehen den Gästen zur Verfügung. Stellenweise scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Spätestens der Blick auf das Handy bestärkt die Annahme denn es gab hier kein Empfang. Die Frage nach WLAN hatte Axel dann einfach einmal unter den Tisch fallen lassen.


Die Jahre sind nicht spurlos an den Gebäuden vorbeigegangen und wir konnten keine Luxusunterkunft erwarten. Hatten wir auch nicht. Immerhin wollen wir Spaß haben und nicht in den Zimmern sitzen. Für meine Verhältnisse war der Zustand der Zimmer vollkommen ausreichend und das "Personal" versuchte uns zu ermöglichen, was möglich war. An dieser Stelle schon einmal ein großes Dankeschön an Euch.

Nach und nach sah man immer mehr Fun Diver auf dem Gelände und auch die beiden übermotivierten waren wieder an der Oberfläche. Sofort gab es die grobe Planung für unsere Besuchszeit.


Entspannt gab es für uns am Freitag noch einen Tauchgang, der bei den momentanen 150 cm Sichtweite im Werbellinsee fast karibisch wirkte. Pflanzen, Fische und mein Buddy den ich auch in mehreren Metern Entfernung noch sehen konnte wirkten traumhaft auf mich.

Wieder an Land bezogen die Nachzügler ihre Zimmer und auch wir nahmen unsere Garage in Beschlag. Recht gute Möglichkeit seine Ausrüstung unterzubringen. Jedenfalls, wenn man Übernachtungsgast ist.

Der Abend war genau so, wie wir ihn haben wollten. Das Wetter spielte mit und schnell waren Grill und Feuerschale in Gang gebracht. Zusätzlich zu uns hatte sich nun auch eine Gruppe aus Hamburg eingefunden mit denen wir im Verlauf des Wochenendes viele interessante Gespräche führten. Vorrangig ging es hier um die Thematik des undichten Trockis und schnell hatte Sabine einen Leidensgenossen gefunden.


Auch ich habe an diesem Abend etwas gelernt. Kennt Ihr Mäusespeck? Das ist dieses weiße Gummizeug, das man über dem Feuer warm macht und das weich noch schlimmer schmeckt wie vorher? Nach dem Probieren durfte ich feststellen, dass ich es nicht mag und obwohl es nicht schmeckt, stopft man sich immer und immer wieder was in den Mund. Ekelhaft!

Da der Stechlinsee zum Naturschutzgebiet gehört, ist das Tauchen in der Zeit von 18 Uhr bis 8 Uhr nicht erlaubt. Daher hatten wir uns vorgenommen, um Punkt 8 Uhr den Fuß ins Wasser zu stecken und den Samstag standesgemäß zu beginnen. Dieses Vorhaben hat nicht ganz geklappt denn gerade als wir dachten los zu können, viel Peter ein das er sein Blei vergessen hatte. Kein Problem. Waren wir halt erst um drei Minuten nach um acht im Wasser. Das üben wir nächstes Jahr.


Wir hatte tolle drei Tauchgänge und eine große Masse an Bildern und Videos entstand. Grund genug das der Laptop nach dem Sichern der SD Karten seinen Geist aufgab. Aber keine Sorge. Alle Daten konnten gerettet werden.

 

Auch an diesem Abend drehten sich die Gespräche am Feuer um Tauchgänge und die Eindrücke des Tages und kurz bevor es ins Bett ging, stellten meine Frau und ich noch fest, dass wir neben unserem Zimmer eine Sauna haben. Da wissen wir doch genau, was wir nächstes Jahr noch so machen.


Es ist Sonntagmorgen. Die Brötchen schmecken und die Stimmung ist gut. Ein letzter Tauchgang soll noch stattfinden, bevor es wieder nach Hause geht. Leider ließen uns die Sicht und schlussendlich auch das Wetter im Stich. Beim Austauchen überraschte uns ein ordentlicher Starkregen.

Noch während Marc mit den Worten "Mein Zelt, mein Zelt, mein Zelt...." rennend das Weite suchte, stellten wir übrigen wieder eine Besonderheit bei Tauchern fest. Der Taucher ist komplett vom Wasser umgeben. Warum fühlt sich der Regen auf dem Kopf nach dem Austauchen dennoch unangenehm an? Das ist wie Mäusespeck von oben.


So endete unser Besuch und schon jetzt gab es erste Anfragen nächstes Jahr wiederzukommen. Ich freu mich drauf.


Euer Thomas

Letztes Homepage Update am

09.12.2018 um 11:09 Uhr

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