Barnim Fun Diver
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Wie Safety Dive entstand

Schon bei einigen Gelegenheiten wurde ich gefragt wie es zum Projekt Safety Dive kam. Ganz zum Anfang hatte ich versprochen eine Zusammenfassung zu schreiben sobald mit diese Frage von 10 Leuten gestellt wurde.

 

Nun sind es fast 20 und ich möchte mein Versprechen einlösen.

Safety Dive Logo
WRP Logo

Wenn man es ganz genau nimmt, verdanken wir das ganze Vorhaben zwei Dingen. Zum einen dem Geocaching und zum anderen dem Sportsfreund Eric.

 

Im Rahmen eines Geocaches wurden am Werbellinsee laminierte Unterlagen ausgebracht. Auf diesen fanden die Cacher Hinweise wie sie den Final finden könnten. Außerdem befanden sich auch zwei Seiten mit Rettungshinweisen darunter.

 

Eric hatte nun die Idee diese Hinweise am Alten Hotel anzubringen. Zu diesem Zeitpunkt war das Alte Hotel noch der von mir meist betauchte Spot.

 

Eine ganze Weile passierte nichts. Aber trotzdem ging mir die Idee nicht mehr aus dem Kopf. Immerhin machte es Sinn und würde allen nutzen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch nicht gewusst, was arbeitstechnisch, nervlich und finanziell auf mich und uns zukam.

Um kleine und große Dinge in Bewegung zu setzen, bedarf es meistens eines Schlüsselerlebnisses. Meins war das Erleben eines Notrufs, bei dem der Taucher am See wirklich keine Ahnung hatte, wo er sich befand. Schlechte Ausgangssituation, da der Disponent in der Rettungsleitstelle ebenfalls diese Ecke des Barnims nicht genau kannte.

 

Somit gingen wichtige Minuten ins Land ohne das Rettungsmittel entsendet werden konnten. Glück im Unglück.... Der Tauchunfall ging gut aus und der Patient wurde noch am selben Tag auf dem Krankenhaus entlassen.

 

Eines aber hatte diese Situation gezeigt. Hier musste etwas passieren. Irgendwo musste es eine Lösung geben die es dem Hilfesuchenden ermöglicht seinen Standort genau zu kennen, mitzuteilen und auf der anderen Seite den Disponent

 in der Rettungsleitstelle hilft den Ort zu finden.

Erster Entwurf der Rettungskarte

Nun kam Erics Idee wieder ins Spiel. Diese geisterte noch immer in ihrer Urvariante in meinem Hirn umher. Aber es musste etwas sein das mehr als nur das Alte Hotel sicherer macht.

 

Unterschiedliche Varianten wurden erschaffen und ganz schnell wieder verworfen. Anfangs sollten nur Schilder mit der Notrufnummer 112 und dem Weg zum Tauchplatz aufgestellt werden. Anrufen, Ablesen und fertig.

In weiteren Varianten sollten Hilfehinweise, Druckkammer und Hubschrauberlandeplatz vermerkt werden. Bein Anruf hätte der Disponent am anderen ende der Leitung diese Informationen abfragen sollen. Damit waren wir auf dem richtigen Weg aber noch immer weit von Ziel entfernt.

Nur einige Hirnwindungen weiter und schon saß ich im Büro des Leiters der integrierten Regionalleitstelle NordOst in Eberswalde. Das hatte auch seinen Grund.

 

Ein Einsatzleitsystem, wie es in Rettungsleitstellen Anwendung findet, greift auf eine Vielzahl von Namen, Nummern und Abkürzungen zurück die es erleichtern sollen den Einsatzort zu finden. Sicher währe es möglich, solche Abkürzungen im System zu hinterlegen. Das würde viele Vorteile bringe. Mit einer genannten Nummer kann der Rechner alle relevanten Daten zum Tauchspot zur Verfügung stellen. Das währe die ideale Lösung.

Alles ging glatt. Nach einer kleinen Rundreise durch das Amt im Haus stand fest, dass die Leitstelle das Projekt unterstützen würde. Projekt Safety Dive war geboren.

 

An einem Nachmittag liefen die Telefonleitungen heiß. Als erstes wurden Gespräche mit den Gemeinden Schorfheide und dem Amt Joachimsthal geführt. Nach einer kurzen Ankündigung bekamen die Zuständigen ein Fax mit den relevanten Angaben. Genau genommen habe ich den Teil auf meiner Homepage nur kopiert und weggeschickt.

 

Die Gemeinde Schorfheide meldete sich zurück und kündigte schnell Gesprächsbereitschaft an. In Joachimsthal ist bis heute offiziell noch nichts angekommen. Die Absprachen untereinander funktionierten aber.

2. Entwurf

Auch andere Anwohner bekamen mein Fax. Darunter die Fischerei Wolf und die EJB Werbellinsee. Damit war erst einmal Ruhe. Die Arbeiten konnten beginnen und das taten sie. Ein Layout wurde erstellt und geändert und geändert und geändert und so weiter. Irgendwann war die Entscheidung gefallen, welche Infos es auf die Schilder geschafft hatten.

 

Nach einer Rücksprache mit der Gemeinde Schorfheide änderte ich den Namen der Punkte. Aus den Tauchpunkten (auf den Schildern TP abgekürzt) wurde jetzt WRP. Wasserrettungspunkte, weil ja auch Bootssportler, Wanderer und Badegäste in Not geraten können.

 

Auch die Hinweise wurden in "Allgemeiner Notfall" und "Tauchunfall" aufgeteilt.

 

n Zusammenarbeit mit der Tauchschule Eberswalde wurden 18 Wasserrettungspunkte ausgesucht und aufgelistet. Diese Liste sollte an die Leitstelle NordOst übergeben werden. Vorher mussten die Punkte aber noch eingemessen werden. Das geschah an einem Vormittag bei bestem Wetter. Mit der Zeit hatten wir uns etwas verschätzt und so fehlen bis heute noch WRP 17 und WRP 18.

Ein guter Tag! Die EJB Werbellinsee hat sich gemeldet und gerade war ich im Büro meiner Ansprechpartnerin. Hier gab es Zustimmung und Unterstützung. Alle Schiler die auf dem Gelände der EJB aufgestellt werden, wollte die Verwaltung selber drucken und aufstellen lassen. Das hört man gerne. Immerhin merke selbst ich langsam aber sicher, dass hier einiges an finanzieller Belastung auf mich zukommt.

Wappen Landkreis Barnim
Logo IRLS NordOst (inoffiziell)

Was haben wir? Die Zustimmung der Ordnungsbehörde, Gemeinde und des Amtes. Außerdem ein Layout und eine klasse Idee. Eine Frage stellte sich aber immer noch. Wie sollen die Schilder aufgestellt werden. Immerhin sollten drei Voraussetzungen erfüllt werden. Die Schilder sollten haltbar und wetterbeständig sein. Außerdem sollte es ordentlich aussehen und zum Dritten wenig Brennstoff bieten. Immerhin rechne ich schon jetzt mit 10 Prozent Ausfall durch Vandalismus. Traurig aber leider wird wohl das eine oder andere Schild auf dem Lagerfeuer enden.

Drei Varianten standen zur Auswahl:

 

  • Variante 1: Laminierter A3 Zettel am Baum gepinnt.
  • Variante 2: Pressholz Platte mit Draht am Baum gebunden.
  • Variante 3: Kaltschaumplatte an den Baum gebunden.

 

Variante 1 viel schnell aus. Erstens sieht es scheiße aus und zweitens ist das nicht die langlebige Lösung. Aber recht billig. Nummer 2 hielt sich hartnäckig. Günstige Sperrholzplatte, auf die der laminierte Zettel raufgetackert wird. Diese Variante wurde erst verworfen, als die Kaltschaumplatte ins Spiel kam. Geniale Idee. Wetterbeständig und jeder der es auf das Lagerfeuer wirft vergisst die Qualmwolke niemals wieder.

Aber auch mit Kaltschaum würden die Folien schnell ausbleichen und der Wartungsaufwand währe erheblich. Eine neue Idee musste her. Hier kam Matze, ein Freund der Familie, ins Spiel der zufälligerweise in einer Werbefirma tätig ist. Schnell hatte er mich überzeugt, dass es sinnvoller ist, eine UV-beständige Folie zu nehmen und damit die Kaltschaumplatten zu bekleben. Genial! Das sollte es werden. Die Entscheidung war gefallen!

Das fertige Layout

Langsam aber sicher stiegen die Kosten. Mit Benzinkosten und allem zusammen haben wir die 500 Euro geknackt. Da kommt jeder Euro gerade zur rechten Zeit. Zwei Sponsoren haben sich gefunden und haben etwas Geld zur Verfügung gestellt.

Leider waren das bisher auch die Einzigen die sich für Safety Dive interessieren und einige Euronen dafür übrig hatten. Aber ganz so schlimm sieht es nicht aus. Auch von Amtswegen wurden einige Finanzmittel in Aussicht gestellt. Mal sehen, was sich da ergibt.

Der große Tag ist da. Heute sollten die ersten fünf Schilder angebracht werden. Nach einigen Stunden und einem "Fastunfall" mit dem Schlauchboot war es geschafft. Schnell noch ein Foto gemacht und dieses an alle wichtigen stellen gesendet. Matze, Frauchen, die Gemeindevertreterin und Facebook.

In diesem Fall zeigte sich das Facebook gar nicht so schlecht ist. Einer meiner Kollegen sah das Bild und stellte sofort einen Fehler fest. Wie konnte das nur passieren? Ganze fünf Leute hatten die Hilfehinweise korrektur gelesen. Nur keiner Überschrift und Fußzeile. Leider zeigte sich auch dort schnell das Fehlerteufelchen. Dank der schnellen Hilfe der Firma Hadiko wurden die Fehler schnell behoben und wir konnten ein weiteres Foto machen. Dieses Mal sogar mit Taucher und ohne Fehlerteufel.

Wie es weiter geht, könnt ihr hier nachlesen.

 

Bis dahin immer genug Luft in der Flasche...

Letztes Homepage Update am

09.12.2018 um 11:09 Uhr

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