Barnim Fun Diver
Barnim Fun Diver

Rügenwochenende im Oktober

Ein ganzes Jahr haben wir gewartet und wir wurden nicht enttäuscht. Schon am Vormittag des 5. Oktober machte ich mich, das Auto voller Ausrüstung, auf dem Weg in Richtung Ostseeinsel.

Aber einmal von vorne...


Es ist Oktober 2017 und die Entscheidung zum Tauchen vor der Küste der Insel Rügen ist gefallen. Die genaue Planung läuft zügig und schnell ist eine Unterkunft gefunden. Die Jugendherberge in Prora bot die passenden Platzbedingungen um alle Rügentaucher unterzubringen. Die Absprachen und die Buchungen gestalteten sich recht einfach und entgegenkommend. Leider war es das aber auch schon in Bezug darauf, was in der Jugendherberge gut geklappt hatte. Dazu aber später mehr.

 

Anfänglich gingen Axel und ich von einer eher geringeren Teilnehmerzahl aus. Allerdings gesellten sich auch schnell einige nicht tauchende Mitglieder zu unserer Gruppe, sodass wir zum Buchungstermin 15 Teilnehmer waren. Nicht schlecht!

 

Etwas schwieriger gestaltete sich die Planung unserer Tauchgänge. Zwar war uns klar, dass die Einstiege sehr wetterabhängig angefahren werden müssen aber wir hatten ja einen Fachmann in Prora.

 

Leider war auch das ein Trugschluss denn der Tauchshop "Wolfgangs Fundgrube" spottete wirklich jeder Beschreibung. Bereits im Vorfeld versuchten wir mehrfach einen sinnvollen Kontakt zum Betreiber herzustellen und den Nachschub an Luft und eine Ausfahrt zu einem Wrack zu organisieren. Leider war das Einzige, was wir im Vorfeld von diesem Shop bekamen schnippische, unfreundliche und zum Teil dumme Antworten. Sehr schade denn wir wollten doch nur einige Wracks betauchen.

 

Trotz allem waren wir froher Dinger und konnten 6 Wochen vor dem Beginn unserer Reise noch Rolf und Anja unter unseren Teilnehmern begrüßen. Zwar war Anja etwas angeschlagen und konnte nicht ins Wasser gehen aber es war sehr schön, dass Du dabei warst und dich an Land um uns gekümmert hast.

 

Nun ist es also endlich so weit. Auf dem Weg zur Insel traf ich mich noch schnell mit Schaui und seiner besseren Hälfte, Ivo. Bei Kaffee und Mittag eiferten wir drei tollen Tagen entgegen und trafen gegen 14:30 Uhr an der Jugendherberge ein. Schnell hatte ich den Spitznamen als "Kreuzfahrtdirektor" weg. Nachdem immer mehr unserer Freund ebenfalls eintrudelten, ging es spontan ins Wasser. Da die Ostsee nur etwa 100 Meter von der Herberge entfernt ist, war die Wahl des Tauchplatzes schnell getroffen.

 

Neben Millionen Quallen, einigen toten Fischen und mittelmäßiger Sicht gab es hier jedoch nicht viel zu sehen. Für einen ersten "Gewöhnungstauchgang" war es aber vollkommen in Ordnung.

 

Nach dem Austauchen zeigte sich leider eine eher unschöne Seite der Jugendherberge. Als zuständiger Kreuzfahrdirektor hatte mir die Jugendherberge mitgeteilt, dass wir einen Mitgliedschaft im Deutschen Jugendherbergswerk benötigen, um hier unterzukommen. Interessanterweise hatte Flo seine Mitgliednummer gleich zur Buchung mitgeteilt und somit war die Sache für uns erledigt.

 

Nun aber teilte man uns an der Rezeption mit, dass unsere angegebene Mitgliedschaft nicht ausreichen würde und wir den Nachweis über eine offizielle Eintragung im Vereinsregister brauchen. Das wir als Barnim Fun Diver kein e.V. im juristischen Sinn sind, wollte die Mitarbeiterin nicht verstehen. Vielmehr wurde uns nahegelegt, dass jetzt alle Mitglieder unserer Gruppe eine Mitgliedschaft im Deutschen Jugendherbergswerk abschließen müssten, um das Wochenende hier bleiben zu dürfen. Alles gipfelte dann in der Aussage wir seien selber Schuld, da wir die falsche Mitgliedsnummer mitgeteilt hätten und somit falsche Tatsachen vorgetäuscht hätten.

 

Lange Rede, kurzer Sinn...

Anja und ich haben die Nerven behalten und kündigten kurzerhand an, dass wir dann jetzt unsere Zimmer räumen würden. Die Drohung war durchaus ernst gemeint, denn eine Unterkunft hätten wir schnell gefunden. Immerhin liegen die Preise der Jugendherberge bei 32 Euro p.P. und Nacht. Dafür findet man Alternativen.

 

Wenige Minuten später war klar, dass uns das Haus freundlicherweise entgegen kommt und Gnade vor Recht walten lässt. Wir durften bleiben.


Zusätzlich waren Schaui und ich noch bei Wolfgangs Fundgrube und hatten das Füllen der Flaschen am nächsten Tag abgeklärt. Alles kein Problem. Flaschen bringen und voll wieder mitnehmen wurde uns gesagt. Perfekt!

 

Während die meisten in der Cafeteria der Herberge einkehrten um etwas zum Abendbrot zu mampfen waren Anja, Sabine und ich gezwungen nach Binz zu fahren und dort auf Nahrungssuche zu gehen. Glücklicherweise hatten die Essenvorräte der Cafeteria nicht mehr für alle gereicht. Die Brötchen waren eher hart, die Bockwurst hate die Konsistenz von kernloser Erdbeermarmelade und der Fisch hat noch am nächsten Tag unseren Peter tauchunfähig gemacht. Dazu aber später mehr.

 

Gemütlich verbrachten wir einen tollen Abend in geselliger Runde und konnten spät abends fix und fertig ins Bett fallen.

 

 

 

 

 

 

Neuer Tag, neues Glück!


Das Frühstück war nicht berauschend und recht übersichtlich. Einige Dinge waren etwas ärgerlich wie zum Beispiel die Tatsache, dass es Eier nur an zwei Tagen in der Woche gibt. Egal! Lassen wir mal das Gemecker und erwähnen an dieser Stelle kurz, dass die Zimmer für unsere Zwecke vollkommen ausreichend waren. Internet gab es zwar nur gegen Währung (1 Euro pro Stunde) aber wir sind ja nicht zum Surfen hergekommen.

 

Voller Vorfreude wurden die Autos beladen. Wir hatten uns entschieden, nach Dranske zu fahren und dort unser Glück zu versuchen. Danke an Axel für den Tip. Es hat sich wirklich gelohnt.

 

 

Vorher sollte es noch einmal zur Fundgrube gehen. Immerhin galt es noch etwas Luft zu bunkern. Vor Ort angekommen war von der Problemlosigkeit des Vortages nichts mehr zu merken. Vielmehr sollten wir die Flaschen abstellen und man würde sie bis 14 Uhr füllen. Das wir damit nicht einverstanden waren, war uns sicher anzumerken und schnell hatte der Mann hinter der Kasse den Vorschlag wir sollten Flaschen bei ihm leihen. Allerdings war es zeitlich nicht schaffbar um 14 Uhr wieder in Prora zu sein um unsere eigenen Flaschen wieder abzuholen. Kurzerhand ließen wir alle geplanten Einkäufe mitten in der Fundgrube fallen und liegen und fuhren weiter in Richtung Dranske.

 

Eines steht seit dem 6. Oktober 2018 um 9 Uhr fest: Nie wieder Wolfgangs Fundgrube! und auch nie wieder Fisch aus der Herberge. Dieser zwang unseren Peter leider eindrucksvoll in die Knie und setzten ihn tauchtechnisch den ganzen Samstag außer Gefecht.

 

In Dranske angekommen zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und wir konnten die nahe Insel Hiddensee bestaunen. Leichter Wellengang trübte das Wasser aber erheblich. Trotz erster Skepsis entschieden wir uns vor Ort zu bleiben und unser Glück zu versuchen.

 

Schnell war der Steinstand überwunden und wir tauchten in die Ostsee ab. Vorerst gab es hier aber nichts zu sehen denn man sah die Hand vor Augen nicht. Wenn die Sichtverhältnisse bei 30 cm lagen, war das eine realistische Schätzung. Schon war ich persönlich kurz vor dem Abbrechen da verschwand der graue Schleier von jetzt auf gleich. Von einem Moment auf den nächsten schwebten wir durch klares und sonnendurchflutetes Wasser. Ein kurzer Blick zurück zeigte eine stehende Wand aus aufgewirbeltem Sediment.

 

Zum Glück hatten wir durchgehalten denn neben viel weniger Quallen wie am Vortag gab es hier Muscheln, Pflanzen, Garnelen und Krabben zu sehen. Ein unglaublicher Eindruck der den ganzen Tauchgang über anhielt.

 

Nach einer knappen Stunde waren wir wieder auf dem Trockenen und genossen unsere Pause. Anja kümmerte sich um Kaffee und Kuchen und jeder genoss einen Moment der Ruhe. Sonnenbaden in Dranske. Wer hätte das gedacht?

 

Von den Erlebnissen des letzten Tauchgangs beflügelt konnten wir es kaum erwarten, uns wieder in die Fluten zu stürzen. Hierbei zeigte sich eine interessante Eigenschaft der Ostsee denn innerhalb der zwei Stunden Oberflächenpause hatten sich die Sichtbedingungen und die Strömung erheblich geändert. Plötzlichen konnten wir unsere Buddys auch in Ufernähe sehen. Kaum zu glauben aber wahr. Auch dieser Tauchgang begeisterte mich wieder und eigentlich hätte ich mich auch mit einem Dritten anfreunden können. Leider hatten wir dafür keine Zeit denn, während wir die Krabben geärgert hatten, waren die Nichttaucher fleißig und hatten das Abendbrot organisiert.

 

Vielen Dank an Eberhard, Sabine und Heike für die tolle Organisation im "Hintergrund".


Bereits am Morgen hatten wir einen Grill gemietet. Die Preise dafür waren vollkommen OK und in 5 Euro waren die Grillnutzung, Kohle, Anzünder und alles Benötigte inbegriffen. Zwar konnte uns niemand sagen, wo wir den zugewiesenen Grill finden, aber auch das Problem wurde, Anja sei dank, schnell überwunden. Ein feuchtfröhlicher Abend erwartete uns und vollkommen zufrieden ging es irgendwann ab in die Federn.

 

Schade! Es ist tatsächlich schon Sonntag. Fast liegt ein tolles Wochenende hinter uns und so zeigte sich auch das Wetter. Die Ostsee aufgewühlt und an Land recht stürmisch, oder wie man an der Küste sagt: "N bissel Wind".

 

Schnell war klar, dass wir noch einmal ins Wasser wollen aber bei den Bedingungen nicht auf der Insel. Schaui hatte dann die tolle Idee im Kiessee in Jarmen abzutauchen. Der Vorschlag wurde schnell angenommen und dank Schauis Einsatz und einer gewissen Vorahnung konnten wir unsere Flaschen an Schauis Junior 2 Kompressor füllen. An dieser Stelle nicht nur der Dank an dich, Schaui, sondern auch an die Jugendherberge für die Möglichkeit füllen zu können.

 

In Jarmen angekommen zeigte sich das Wetter etwas ruhiger und das Strandbad lud zum Abtauchen ein. Wir blieben zwar nicht alleine an diesem Tag aber wir waren vor den Stralsunder Truppenteilen im Wasser.


Am Ende beendeten wir ein tolles Wochenende dort, wo Ivo, Schaui und ich es begonnen hatten. An der Imbisbude mit Kaffee, Salat und Schaschlik. Hier werde ich in Zukunft öfter anhalten. Sehr lecker.

 

Rückblickend betrachtet war es ein schönes, aber auch anstrengendes, Wochenende. Gerne fahre ich wieder mit Euch allen zum Tauchen. Allerdings werden wir sowohl um die Fundgrube als auch um die Jugendherberge zukünftig einen großen Bogen machen.


Trotz aller Problemchen haben wir als Team funktioniert und mehrfach konnten Anja, Stefanie und Sabine mich davon abhalten förmlich zu explodieren. Egal was war. Ich freue mich auf tolle Tauchtouren im Jahr 2019.

Bis dahin schöne Grüße und immer genug Luft in der Flasche.

Euer Thomas

Letztes Homepage Update am

09.11.2018 um 21:44 Uhr

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