Hemmor 2019

Das erste Mal Hemmor. Schon Anfang 2019 war nach einem Tauchgang am Dornbusch die Entscheidung zum Tauchwochenende am Kreidesee Hemmor gefallen. Zum Kreuzfahrkapitän wurde André ernannt und schnell waren erste konkrete Planungen im Gange.

 

 

 

 

 

"Hemmor ist eine Sache für sich!" Diesen oder ähnliche Sprüche bekam ich nun, zusammen mit Bildern und Videos die Lust auf mehr machten, ein knappes dreiviertel Jahr zugesendet. An dieser Stelle vielen Dank dafür auch von meiner Frau, die schon Wochen vor der Abfahrt von meiner Vorfreude recht genervt war.

Morgen geht es los...

 

Alle Vorbereitungen sind getroffen. Da unser Markus leider krankheitsbedingt ausgefallen war, war ich zwar alleine unterwegs, hatte aber auch viel Platz im Auto. Und so wurde gepackt...

 

  1. D12
  2. noch ne D12
  3. Stage 50er
  4. Anzug und Reserveanzug
  5. Atemregler und Ersatzmaterial
  6. Tauchtauglichkeitsuntersuchung
  7. Werkzeug
  8. und, und, und....

Dieses Mal sollte nichts schief gehen. Ungern wollte ich in Hemmor stehen und beim Anziehen reißt die Halsmanschette. Also lieber vorbereitet sein und das Auto voll haben. Eines vorweg: Ich habe nichts von den Ersatzmitteln benötigt. Haben ist aber noch immer besser als brauchen.

 

Gerne hätten wir uns mehr Teilnehmer bei dieser Fahrt gewünscht, denn wie ich jetzt bestätigen kann: HEMMOR MUSS MAN GESEHEN HABEN!

 

Sehr gute Sichtbedingungen, viel zu sehen und ein sehr gepflegtes Umfeld. Freitag traf ich mit Sabine und Axel am örtlichen Netto ein, um uns von der knapp 6-stündigen Autofahrt zu stärken und einige Lebensmittel einzukaufen. Unser gemietet Ferienhaus in der Anlage konnten wir noch nicht beziehen und so nahmen wir erst mal den See in Augenschein.

WOW!

 

Gute Sichtbedingungen konnte ich Horka schon kennenlernen und im Winter gibt es auch im Werbellinsee mal Sichtweiten bis zu zwanzig Meter aber das hier.... WOW!

 

Wer mich kennt, kann sich jetzt vorstellen, wie schnell ich ins Wasser wollte. Daran konnte auch das Regenwetter nichts ändern. Und wenn ich sage Regen, dann meine ich wirklich Regen. Stunde um Stunde wurden wir schon einmal vorab nass ohne im Wasser zu sein. Als einige Zeit später Andre und Silvana eintrafen, war das Team perfekt und auch das Haus stand bereit.

 

Der Ferienpark besteht aus etwa 30 Ferienhäusern. Die genaue Zahl kenne ich leider nicht denn die Karte war jetzt das Letzte, auf das ich mich konzentrieren wollte und ich wiederhole: Ich wollte ins Wasser! Kein Grund für die anderen nicht erst noch in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Das endlose Warten und ich denke das alles währe nicht so schlimm gewesen wenn ich vorher nicht schon das Wasser gesehen hätte.

Endlich Wasser.... Freitag!

 

Am Freitag und nach der zermürbenden Autofahrt sollte es der Einstieg 1 sein. Trotz schlechtem Wetter war es nicht ganz so einfach einen Parkplatz mit Rödeltisch zu ergattern aber wer sucht der findet auch was. Schnell anrödeln und schon kann es losgehen. Wir sich Hemmor Veteranen sicher vorstellen können war der erste Eindruck echt beeindruckend.

 

Wir tauchten die alte Pflasterstraße entlang und alles wirkte so, als währe es erst gestern verlassen und geflutet worden. Das ganze gepaart mit der Sicht in einem Aquarium. Wir tauchten durch das große Tor mit der Schwiegermutter auf der linken Säule und am Segelboot vorbei. Schnell waren 25 Meter erreicht und eigentlich wollte ich gar nicht zurück. Aber Tauchplan ist Tauchplan und so ging es zurück in Richtung der Übungsplattform auf der noch einige Stage Übungen stattfanden.

 

Beim Verlassen des Wassers standen einige Autos in großen Pfützen. Es hatte sich nichts geändert und an das angesagte gute Wetter für Samstag und Sonntag glaube ich zu der Zeit nicht.

 

Schon im Vorfeld hatten wir uns (mehr oder weniger) darauf verständigt, dass wir abends essen gehen wollen. Axel und Sabine sprachen die Empfehlung für ein nahes chinesisches Restaurant aus. Hier war, so Axel, der Preis OK und es gab all you can eat. Gesagt getan und ab zum Buffet. Blöderweise waren die Schilder das Einzige, was vor Ort noch zu finden war denn offensichtlich ist hier die Küche schon lange kalt.

 

Schnell fand André eine Alternative und diese klang verheißungsvoll.

Restaurant Mediterran (ich verlinke den Schuppen einfach mal)

 

Die 900 Meter Fußweg sollten, auch bei Regen, kein Problem darstellen. Immerhin sind wir jung, dynamisch und gut aussehend. Die erste Skepsis kam auf, als am Restaurant Mediterran Leuchtwerbung prangte: PIZZA . . . Döner . . . Salat . . . Bratwurst.

 

Der Hunger treibts rein, beziehungsweise trieb er uns in diese.... ähhhh... Lokalität. Hier wurden wir freundlich begrüßt und darauf hingewiesen, dass im Normalfall auch eine Speisekarte aushängt. Heute war das nicht der Fall.

 

Was keiner erwartet hätte: Es schmeckt richtig gut. Später ließen wir den Abend zusammen auf der Couch ausklingen. Ein fast perfekter erster Tag.

 

Am Samstag startet wir mit Sonnenschein in den Tag. Unten wirbelten André und Silvana und wir Übrigen wurden mit Kaffee und Brötchen begrüßt. Zusammen wurden die Tauchpläne für den Tag besprochen. Am Vormittag zum Rüttler beziehungsweise zur Holztreppe und am Nachmittag, etwas flacher, zum Einstieg 2 um Fische zu gucken.

Endlich war ich einmal beim LKW. Unzählige Male davon gelesen oder Fotos gesehen und nun konnte ich meine Runde selber einmal raum ziehen. Mit Axel tauchten wir auf die erlaubten 45 Meter und schauten uns, nach dem Durchtauchen der Schütte, die alte Holztreppe an.

 

Leider habe ich davon keine Fotos. Aber wir haben bereits das Video vom Kreidesee Hemmor veröffentlicht. Wer Hemmor noch nicht kennt, sollte ruhig einmal reinschauen. Tauchgang Nummer 2 war Entspannung pur. Es muss ja nicht immer tief sein. Im Flachbereich bis 15 Meter tummeln sich Forellen, Barschschwärme und Haubentaucher herum. Wer konnte schon einmal mit Forellen tauchen? Hier geht das!

 

Ein Tipp: Wer am Einstieg 1 keinen Platz mehr findet, erreicht vom Einstieg 2 ebenfalls alle Ziele. Außerdem gibt es hier zumeist Plätze mit freien Rödeltischen. Am Einstieg 1 war an diesem Wochenende kaum noch Platz, um nur seine "Einstrich-Keinstrich-Decke" auszubreiten.

 

Die abendliche Nährstoffsuche gestaltete sich auch diesen Abend etwas schwieriger. Silvana und André hatten das wohl geahnt und waren auf selbstgeschnippelten Salat umgestiegen. Sabine, Axel und mich gelüstete es jedoch nach etwas Fleisch. Schnell merkten wir, dass hier irgendwas anders ist. Auf dem ganzen Weg fanden wir eigentlich nur Dönerbuden. Lokale Fehlanzeige! Vielleicht haben wir auch nicht richtig geguckt oder fuhren in die falsche Richtung. Irgendwann kehrten wir, nach vielen gefahrenen Kilometern, beim Griechen ein und der Weg hatte sich gelohnt. Später gab es noch ein Glas Sekt sowie einige Fachgespräche und dann aber ab in die Falle.

Unglaublich! Es ist schon Sonntag. Am Vorabend stellte sich die Frage nach einem Nachttauchgang. Diesen ließen wir ausfallen denn heute wollten Axel und ich uns noch etwas Stickstoff auf die Rübe geben. Noch einmal sollte es am LKW vorbei, die Schütte hinunter und in Richtung Treppe gehen. Dieses Mal zog es uns jedoch zum Tauchpunkt 38. Hier liegt ein sehenswertes Wrack. Leider befindet es sich außerhalb unserer erlaubten Tiefe. Aber bei 45 Metern und massig Sicht auch ohne Licht wollten wir es uns wenigstens aus der Höhe anschauen.

 

Hier fängt man an zu staunen, wenn man merkt wie ungewohnt das Tauchen ist wenn man 15 oder mehr Meter gucken kann. Der Tauchcomputer als einziger Referenzpunkt ist schon eine Hausnummer. Jedenfalls wenn man das nicht gewohnt ist wie ich.

 

Glücklich und zufrieden erreichten wie die Oberfläche. Natürlich nicht ohne die Schütte auch einmal in die andere Richtung zu betauchen.

 

Noch schnell die Sachen verstauen, Stempel ins Logbuch drücken und ab auf die staureiche Rückfahrt.

 

Es war ein tolles Wochenende und ein super Team. Vielen Dank an André für die Organisation und die Umsetzung. Ich freue mich auf den Hufeisensee und bin noch immer begeistert vom Erlebten.

 

 

 

 

Bis zum nächsten Mal....

 

Thomas