Barnim Fun Diver
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Die Sache mit der Flagge

Gerade zur Sommerzeit überschütten uns die regionalen Bootsverleiher mit Angeboten und den dazugehörigen Werbeslogans wie...

 

"Boot fahren ohne Führerschein"

"Seien Sie der Kapitän"

"Ohne Kenntnisse das Wasser erobern"

Bei allen Freiheiten, die die Regelung mit dem Bootsspaß ohne Führerschein bringt, hat sie doch auch sehr große Nachteile. Ebenfalls weisen auch die Lehrgänge für den Bootsführerschein "binnen" einige Mängel auf. Aus Sicht der Taucher ist diese Wissenslücke im besten Fall nur gefährlich. Im schlimmsten Fall kostet es Taucher und Buddy das Leben.

 

Keine Ahnung was ich meine?

Kennt Ihr diese Flagge?

Gerade jetzt in der Badesaison treffen am und im See vier Gattungen aufeinander. Badegäste, Bootsfreunde, Taucher und Angler. Die Badegäste möchte ich in diesem Artikel einmal ausklammern. Badegäste sind zuweilen recht pflegeleicht. Sie hinterlassen in Einzelfällen zwar viel Dreck aber werden Tauchern nicht gefährlich. Anders ist das bei Freunden des Bootssports. 

 

Die auf die Boje aufgesetzte Beflaggung ist leider nur bei wenigen bekannt. Sie wird entweder "Taucherflagge" oder auch "Alphaflagge" genannt und hat natürlich auch eine Bedeutung.

 

Die internationale Taucherflagge ist weltweit anzutreffen. 

Die Alphaflaffe nach deutschem Standard findet man hauptsächlich an unseren Gewässern.

Warum führen Taucher nun (in vielen Fällen) eine solche Oberflächenboje mit sich? Ganz einfach. Während sich der Freizeitkapitän auf all seine Sinne verlassen kann, stehen dem Taucher nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Verfügung. Er kann manchmal nur schlecht sehen, weil die Sichtbedingungen einfach nicht mehr hergeben. Anfahrende Boote sind kaum auszumachen. Egal wie sehr sich der Froschmann umsieht. Er hört die Geräusche der Bootsmotoren kann aber dennoch nicht einschätzen, aus welcher Richtung sie kommen und wie weit entfernt sie noch sind.

 

Noch gefährlicher sind die "neuen" Solarboote. Ihre Motoren sind leise und kaum noch zu hören. Im schlimmsten Fall gehen wir davon aus, dass das Boot noch weit weg ist. Ist es aber nicht! Spätestens, wenn ich jetzt an die Oberfläche tauche, spüre ich die Nachteile der neuen Technik ganz tief in meinem Kopf.

 

Auch Segelboote sind unterwegs. Sehr viele sogar. Sie sehen wunderschön aus und "belästigen" niemanden da sie ja mit dem Wind und nicht mit dem Motor fahren. Gut für Badegäste, Angler und die Umwelt. Für uns stellen sie, wer hätte es ahnen können, ein sehr hohes Risiko dar. Man stelle sich vor wie der Taucher neben einem entspannt auftaucht und dabei unerwartet Bekanntschaft mit dem Kiel eines zügig fahrenden Segelboots macht.

Ich muss einfach betonen, dass das keine "kann" Szenarien oder Hirngespinste sind. Alleine in unserem Taucherkreis gab es trotz gesetzter Alphaflagge in seit 2013 einige Vorfälle. Dazu zählten Angler, die mal gucken wollten, was an der Bojenleine hängt, eine Boje wurde während des Tauchgangs abgeschnitten und geklaut, einem Mittaucher ist ein schlauchboot fast über den Kopf gefahren, mir persönlich wurde letztes Jahr ein Anker auf den Kopf geworfen und regelmäßig werden unsere Oberflächenbojen als Wendemarke genutzt. Ich unterstelle niemanden Bösartigkeit. Vielmehr ist es ein Problem der Unwissenheit.

 

Die geklaute Boje neheme ich mal aus. Das war bösartig!

 

Was über Wasser ein roter Ball mit einem Partywimpel ist, soll den Menschen unter der Wasseroberfläche Leben und Gesundheit bewahren. Dieses Anhängsel mitzuziehen ist keine Freude. Es sieht nicht cool aus und macht keinen Spaß aber wir verlassen uns darauf von Euch gesehen und beachtet zu werden.

 

Welches Verhalten ist nun richtig?

 

Als Erstes sollte (besonders im Flachbereich bis 5 Meter Tiefe) nicht gerast werden. Die Tempolimits haben einen Grund. Denkt daran, dass Ihr nicht alleine am und auf dem See seid. Haltet die Augen nach Badegästen oder Alphaflaggen offen. Letztere können auch an Booten oder deren Aufbauten angebracht sein.

 

Ist ein Punkt mit einer Taucherflagge markiert, ist dieser Bereich weiträumig (ca. 50 Meter) zu umfahren, um die Taucher im Wasser nicht in Gefahr zu bringen. Da die Boje gezogen wird, befinden sie dich Taucher für gewöhnlich nicht direkt unter der Boje.

 

Ebenfalls lässt der Standort der Boje nicht auf die Tiefe schließen, in der wir uns befinden. Bei einem Wendemanöver um die Oberflächenboje können also andere Menschen schwer verletzt werden!

 

Auch die ­DECO-Boje oder Notfallboje wird vom Taucher unter der Wasseroberfläche gesetzt. Muss er eine bestimmte Zeit im Wasser ausharren (­Decostop) und befindet sich bereits nahe der Oberfläche, setzt er die DECO-Boje um darauf hinzuweisen das er da ist.

 

 

 

Auch bei einem oberflächennahen Notfall kann die Boje zum Einsatz kommen.

 

 

 

In diesem Fall hat er eh schon genug Stress da unten. Schön währe es, wenn er sich in diesem Fall nicht noch Sorgen um Boote machen muss.

Wir appellieren an die Bootsverleiher potenzielle Interessenten an einem Mietboot in einer Einweisung auf ­ein min. Wissensstand zu bringen.

 

Auch Bootsfahrer, die ihr eigenes Boot haben, sollten sich mit der Thematik befassen denn auch mit den führerscheinfreien 15 PS hinterlässt man böse Schrammen in der Kopfhaube.

 

Auf der anderen Seite sollten aber auch Taucher auf Sicherheit achten und nicht aus Bequemlichkeit auf die Oberflächenboje verzichten. 

 

 

Wir möchten alle wieder gesund und glücklich zu Hause ­ankommen....

 

ARBEITEN WIR DARAN!!!

Letztes Homepage Update am

09.12.2018 um 11:09 Uhr

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