Barnim Fun Diver
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Der Finowkanal - Ein Hilferuf

Mal nicht in eigener Sache.

 

Heute bekamen wir einen Hilferuf welcher sich nicht um die Taucherei dreht, uns aber trotzdem indirekt betreffen wird. (Ist etwas länger aber auf alle Fälle interessant und lesenswert!)
Der Hilferuf kommt von Eberhard Seelig. Der Hobbyhistoriker befasst sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Finowkanals und der Geschichte der Holzflößerei. Auch wir als Taucher sehen bei jedem Tauchgang im Werbellinsee die Hinterlassenschaften des historischen "Holztransporter".

 

Seelig schrieb hierzu:

 

 

Fahrgastschiffe auf dem Finowkanal, heute schon sehr selten, zukünftig unmöglich?

Finowkanal in Not
Der Finowkanal, die älteste noch schiffbare künstliche Wasserstraßen nördlich der Alpen sieht einer ungewissen Zukunft entgegen. Er zieht sich, begleitet von scheinbar unberührter Natur quer durch das Barnimer Land und ist nicht zuletzt wegen seiner historischen Schleusen schon längst kein Geheimtipp mehr bei zahlreichen Bootstouristen. Viele von ihnen genießen die gemächliche Fahrt über diese alte Wasserstraße und weiter über den Werbellinkanalzum Werbellinsee statt der Passage über den doch recht eintönigen Oder-Havel-Kanal. Und genau hier liegt das Problem. Der Finowkanal gehört dem Bund, wird aber nur noch touristisch genutzt. Tourismus ist Ländersache. Deshalb will sich der Bund seiner Verantwortung für den historischen, übrigens komplett unter Denkmalschutz stehenden Kanal entledigen.

Auf dem Finowkanal unterwegs. Es war einmal?

Er bietet dafür 2 Varianten an. Die erste Variante sieht vor, den Kanal in der Verantwortung des Bundes zu belassen. Die Schleusen werden zurückgebaut und durch Wehre ersetzt. Der Finowkanal ist dann bestenfalls mit einem Kanu auf den Strecken zwischen den Staustufen befahrbar. An jeder ehemaligen Schleuse muss umgetragen werden. Schiffe werden auf dem Kanal nie wieder fahren. Motor- und Segelboote, die gemächlich auf dem Wasser dahingleiten, gehören endgültig der Vergangenheit an. Flöße, wie sie in den letzten Jahren ab und zu noch zu beobachten waren, wird es nie wieder geben. Ein Horrorszenario!

Eine Marina am Finowkanal zwischen Marienwerder und Liepe. Wer braucht die noch?

Kommt die zweite Variante zum Tragen, wird der Kanal, ausgestattet mit einer Mitgift von 75 Millionen Euro für die Instandsetzung der dringend reparaturbedürftigen Schleusen, in kommunale Trägerschaft übergeben. Dazu müssen sich jedoch die Bürgermeister und Abgeordneten der Anrainergemeinden einig sein. Sie entscheiden darüber, ob der Kanal übernommen wird oder die historische Substanz vernichtet wird. Es ist nur zu hoffen, dass sich die Entscheidungsträger ihrer historischen Verantwortung bewusst sind.Wenn die Worte des Eberswalder Bürgermeisters, „der Finowkanal ist die Lebensader der Region“ (siehe MOZ vom 27.11.2015) nicht nur eine leere Worthülse sind, kann die Entscheidung nur zu Gunsten der zweiten Variante ausfallen.

 

 

In seiner "Denkschrift" nimmt er Bezug auf einen Artikel der am 27.11.2015 in der MOZ zu lesen war. Darin:

 

 

Finowkanal in zwei Varianten
Eberswalde (MOZ) Der Finowkanal kann in zwei Varianten erhalten bleiben: als schleusenbetriebener
Kanal oder ohne die Wassertore. Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) bittet die Fraktionen bei der
15. Stadtverordnetenversammlung, ihm bis Ende Januar ein klares Signal zur Entscheidung zu geben.

Will man auf das 75-Millionen-Euro-Angebot des Bundes eingehen oder nicht? Das ist die Frage, die sich die Fraktionen des  Stadtparlaments bis Anfang nächsten Jahres stellen müssen. Ebenso die Gemeindevertretungen der Anrainerkommunen sowie die Kommunale Arbeitsgemeinschaft KAG Region Finowkanal. "Das wird nicht leicht", erklärt das Stadtoberhaupt am Donnerstagabend. Schließlich habe der Kanal bisher selbst widrigste Epochen überlebt. Er sei die Lebensader der Region. Dennoch gebe es auch gute Gründe dafür, den Kanal in einer abgespeckten Variante weiterzubetreiben. Beim laufenden Prozess will die Verwaltung  größtmögliche Transparenz. Verantwortung für den Kanal zu übernehmen, sei ein Projekt, das auch die nachfolgenden Generationen in die Verantwortung nehme.

Falls sich alle gemeinsam dazu entschließen, den Finowkanal als Eigentümer zu übernehmen, erhalten sie einmalig 75 Millionen Euro als Mitgift. Nach der Kostenaufstellung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) fließen davon 61,6 Millionen Euro vor allem in die einmalige Sanierung der Schleusen, Wehre und Brücken. Das restliche Geld kann für den laufenden Betrieb verwendet werden. Das WSV geht von 2,5 Millionen pro Jahr für Betrieb und Unterhaltung aus. Ist die Finanzspritze des Bundes aufgebraucht, muss die Region als neue Eigentümerin die Kosten für den Kanal tragen. Da bei dieser Variante die Befahrbarkeit wie bisher erhalten bliebe, könnten auch Motorboote die Strecke nutzen. Diese wäre für zirka 1400 Schiffe ausgelegt.

Bei der zweiten Variante würde der Finowkanal im Eigentum des Bundes verbleiben. Dieser würde rückbauen. Die Schleusen würden außer Betrieb genommen. Der Kanal wäre nur noch für rund 500 Boote gedacht. Ausschließlich Paddelboote dürften dort fahren. Statt durch die Schleusen müssten die Boote mittels kostengünstiger Umtragestellen von einer Kanalstufe zur nächsten transportiert werden. Der Bund hätte eine Kostenersparnis von 18 Millionen Euro. Falls das Signal aus den politischen Reihen positiv für die Übernahme des Finowkanals ausfällt, müssten in einem nächsten Schritt externe Juristen für den Vertrag sowie Wirtschafts- und Steuerprüfer für die Erstellung des Betreibermodells ausgewählt werden. Ein externer Dienstleister würde die Wasserstraße betreiben. Der Landkreis habe, falls der Kreistag zustimmt, Gelder eingeplant. Zudem könnten Landesfördermittel beantragt werden, berichtet Jan König, der Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Tourismus. Aufgrund der anstehenden Kreisgebietsreform müsse zügig entschieden werden, so die Verwaltung. Nach einer Fusion wäre eine Entscheidung für die Übernahme unwahrscheinlich.

 

 

Wenn der Finowkanal in seiner bekannten Form eingeht, stirbt ein großer Teil unserer Geschichte. Wer die historische Wasserstraße erhalten möchte kann sich bei der Facebookgruppe Unser Finowkanal informieren.

 

Wir danken Herrn Seelig für die Zuarbeit.

Letztes Homepage Update am

09.12.2018 um 11:09 Uhr

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